Heute ist World Backup Day. Aufgrund des Bedarfs für höhere Backup-Resilienz und mehr Datensouveränität gewinnen lokal betriebene europäische Storage-Lösungen für Backup, Archivierung und KI an Bedeutung.
Autor: Roland Stritt
Der World Backup Day – oder Welttag des Backups – am 31. März soll Unternehmen daran erinnern, angesichts einer sich ständig weiterentwickelnden und wachsenden Bedrohungslandschaft ihre Datensicherungsstrategien zu überdenken. Neben technischen Aspekten einer modernen Datensicherung gewinnen auch strategische Aspekte rund um die Datensouveränität zunehmend an Bedeutung.
Cloud-Speicher galt lange Zeit als skalierbar, flexibel und oft kostengünstig. Vielerorts, auch in der Schweiz, setzt nun ein Umdenken ein. Bei kritischen Daten stellt sich mittlerweile die Frage, wie viel Kontrolle Schweizer Unternehmen an Dritte – oft in Übersee – abgeben wollen. Unternehmen sind zunehmend verunsichert und machen sich Gedanken um ihre digitale Souveränität, nicht nur in Sachen Cloud, sondern auch KI, Virtualisierung, Cybersicherheit sowie Business- und Office-Software.
Viele Unternehmen haben aufgrund der veränderten geopolitischen Lage kein gutes Gefühl mehr dabei, sensible Daten in die Hände der global marktdominierenden US-Cloud-Provider zu geben. So ermöglicht etwa der CLOUD Act der US-Regierung Zugriff auf Daten amerikanischer Unternehmen weltweit. Betroffen sind damit auch Daten, die in den Clouds der grossen US-Hyperscaler in Europa gespeichert sind.
Datensouveränität wird immer wichtiger
Eine reine Fokussierung auf Kosten ist nicht mehr zeitgemäss, denn die strategische Unabhängigkeit wird zunehmend zu einem kritischen Faktor für Geschäftskontinuität und Sicherheit. Der Weg zu mehr digitaler Souveränität ist jedoch komplex und erfordert alternative Ressourcen. Grössere Clouds befinden sich in Europa erst im Aufbau. So kam etwas das GAIA-X-Projekt als europäische Alternative zu den US-Hyperscalern nicht richtig in Gang.
Aus Mangel an Cloud-Alternativen zeichnet sich bereits ein Trend ab zum Rückzug aus den grossen Public Clouds hin zu lokalen Infrastrukturen, bekannt als „Cloud-Repatriation“. Compliance-Risiken, Latenz, Anbieterbindung und die Abhängigkeit vom Internet sind entscheidende Argumente für den Umstieg auf lokale Speicherlösungen. Tatsächlich bietet nur eine lokale Speicherinfrastruktur unmittelbaren Zugang ohne Umweg über das Internet, vollständige physische Kontrolle und eine sehr schnelle Wiederherstellung.
Lokale Speicherlösungen können mittlerweile auch in wirtschaftlicher Hinsicht punkten. Nach einmaliger Anschaffung sind sie oft günstiger als entsprechende Dienste aus der Public Cloud, da laufende Gebühren für Übertragung und Miete entfallen. Besonders attraktiv wird On-Premises für Workloads mit stabilen und vorhersagbaren Ressourcenanforderungen, da hier die langfristigen Kosteneinsparungen am deutlichsten werden. Die Kontrolle über Sicherheit, Performance und Compliance sind weitere wichtige Faktoren, die gerade vor dem Hintergrund der digitalen Souveränität an Bedeutung gewinnen.
Robuste Storage-Basis ist entscheidend für das Zero Loss-Prinzip
Neben der vieldiskutierten Datensouveränität sollten Unternehmen – nicht nur am Tag des Backups – ihre Backup-Strategie auf den Prüfstand stellen. Die Anforderungen an das Backup sind gestiegen, seitdem Ransomware-Angriffe immer ausgefeilter werden und Cyberkriminelle mit KI-Unterstützung operieren. Ein einfaches Backup garantiert daher längst nicht mehr, dass Daten sicher sind oder sich im Ernstfall schnell wiederherstellen lassen. Entscheidend ist, wo und wie die Sicherungen gespeichert werden. Ist das Storage langsam, manipulationsanfällig oder von einer Internetverbindung abhängig, entstehen Risiken, die dem anzustrebenden Zero Loss-Prinzip widersprechen.
Ziel von Zero Loss ist der zuverlässige Schutz geschäftskritischer Daten vor Cyberangriffen, unerlaubtem Zugriff und Datenverlust. Hierbei geht es nicht nur um Backup-Software, Redundanz oder Wiederherstellungsverfahren. Der eigentlich entscheidende, oft unterschätzte Faktor hinter Zero Loss ist die Speicherinfrastruktur selbst. Ohne eine robuste Storage-Basis bleibt selbst die aufwändigste Backup-Strategie wirkungslos.
Backup: Lokale Speicherlösungen bieten entscheidende Vorteile
Lokale Speicherlösungen bieten im Rahmen einer Zero Loss-Strategie mehrere entscheidende Vorteile. Dies beginnt mit der Datenwiederherstellung, unabhängig von Internetzugang oder Cloud-Verfügbarkeit, was besonders wichtig ist bei Cyberangriffen oder Ausfällen externer Dienste. Im Ernstfall lassen sich ein Terabyte an Daten aus lokalen Backups in der Regel binnen weniger Stunden wiederherstellen. Der gleiche Vorgang würde aufgrund begrenzter Bandbreite bei einem Cloud-Backup über das Internet einen vollständigen Tag oder länger beanspruchen, insbesondere bei grossen Datenvolumina.
Dank der deutlich kürzeren Recovery-Zeiten aus lokalen Backups können Unternehmen anspruchsvollere RTO- und RPO-Ziele umsetzen. Ein weiterer Vorteil ist die volle Hoheit über den Standort und Zugriff auf die Daten. Dies ist entscheidend für Branchen wie Gesundheitswesen, Justiz oder Verwaltung, mit strengen regulatorischen Anforderungen und Compliance-Vorgaben, wie sie in der Schweiz gegeben sind.
Bei der Renaissance lokaler Infrastrukturen kommen auch die Aspekte Resilienz und Sicherheit zum Tragen. In vielen Unternehmen ist die Datenspeicherung noch nicht auf Hochverfügbarkeit oder manipulationssichere Speicherung ausgelegt. Entscheidend ist heute die Unveränderbarkeit der gespeicherten Daten. Systeme für manipulationssichere Speicherung mit Immutability schützen effektiv vor den Folgen einer Ransomware-Attacke, aber auch vor böswilligem oder versehentlichem Löschen von Daten.
Europäische Lösungen gibt es bereits
Der Tag des Backups ist nur der jährliche Weckruf. Nachhaltiges Ziel muss es sein, Daten sicher, jederzeit verfügbar und souverän zu verwalten. Moderne Speichersysteme aus europäischer Fertigung decken heute ein breites Spektrum ab, um zeitgemässe Strategien für Backup und Datensouveränität umzusetzen.
Lokale Backup-Lösungen mit Air Gap- und Immutability-Technologie sorgen für hochgradige Resilienz, Kontrolle und Sicherheit. Langzeitspeicher stehen für eine revisionssichere Archivierung nach strengen Compliance-Vorgaben zur Verfügung, unabhängig von einem Cloud-Restore. Das Angebot reicht bis hin zu autonomen, lokal betriebenen KI-Infrastrukturen mit integrierter Verwaltung und Compliance, ebenfalls unabhängig externen KI-Diensten aus der Cloud.
Egal, ob es um Archivierung, Backup oder KI geht, können Schweizer Unternehmen heute auf lokal betriebene, europäische Alternativen zu den dominierenden Anbietern aus Übersee ausweichen. Je nach Bedarf ist eine nahtlose Integration von lokalen, ausgelagerten und Cloud-basierten Komponenten möglich. Eine ebenso nahtlose Anbindung an gängige Backup-Software vereinfacht das Backup-Management. Robuste Datenschutzfunktionen und moderne Schnittstellen gewährleisten die Resilienz und Zukunftssicherheit der wiederentdeckten lokalen Infrastrukturen.
Roland Stritt
Chief Revenue Officer
FAST LTA
