Die zukünftigen Brandschutzvorschriften (BSV) markieren einen grundlegenden Wandel im Schweizer Brandschutz. Im Fokus stehen ein risikoorientierter Ansatz, verhältnismässige Schutzmassnahmen sowie eine stärkere Eigenverantwortung der Beteiligten. Die Vorschriften werden vereinfacht, harmonisiert und an aktuelle Entwicklungen im Bauwesen angepasst. Die sicher27 bietet ein Update und weitere Vorträge und Workshops zum Thema.
Die Keynote von Michael Binz (Geschäftsbereichsleiter Brandschutz bei der VKF) an der sicher27 am 18. März 2027 in Zürich zeigt die wichtigsten Neuerungen, deren Auswirkungen auf Planung, Bewilligung und Vollzug sowie die zukünftige Ausrichtung des Schweizer Brandschutzes auf.
«Vor allem sind die neuen Vorschriften sehr risikobasiert», sagt er. «Wir haben versucht, aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen, die im Bau im Gang sind. Mit den neuen Brandschutzvorschriften wollen wir auch einen einheitlicheren Vollzug ermöglichen und wir haben sie mit anderen Gesetzen harmonisiert. Ich freue mich, diese neuen BSV an der sicher27 vorstellen zu dürfen.»
sicher27: Weitere Vorträge, Workshops und Aussteller rund um die neuen Brandschutzvorschriften (BSV)
Während der sicher27 greifen mehrere Vorträge und Aussteller das Thema der neuen Brandschutzvorschriften auf:
- Auswirkungen der BSV 2026 auf die SES-Richtlinien BMA und BFS (Kurt Girschweiler, SES): In seinem Impulsvortrag beleuchtet Kurt Girschweiler, welche welche Auswirkungen die BSV2026 auf Stand der Technikpapiere haben und was sich in der BSV bezüglich der BMA und BFS geändert hat, beispielsweise rund um Schutzgüter, Schutzziele, Notwendigkeiten, Ausgestaltung und mehr. Ausserdem stellt er dar, wie dies in die SES-Richtlinien BMA und BFS einfliessen wird.
- Die neuen Brandschutzvorschriften im Praxistest – Erfahrungen aus einem Alters- und Pflegeheim (Olivier Burnier, Fire Safety & Engineering SA): Dieser Vortrag zeigt die wesentlichen Änderungen auf, welche die Brandschutzvorschriften 2026 (BSV 2026) für Alters- und Pflegeheime mit sich bringen. Olivier Burnier erläutert den Übergang vom Ansatz, der sich auf präskriptive Regeln stützt, zu einem Ansatz, der auf einer Risikoanalyse und dem Nachweis des Sicherheitsniveaus gründet. Mit einem Fallbeispiel werden den Teilnehmenden die neuen Anforderungen in den Bereichen Evakuierung, Branddetektion, Qualitätssicherung sowie Sicherheitsorganisation aufgezeigt.
- Workshop «Erstbewertung Brandschutz nach BSV 2026 – der praxisnahe Einstieg (René Wölfl, RISAM AG):In diesem Workshop steigen wir gemeinsam in die Erstbewertung Brandschutz ein – konkret, objektbezogen und Schritt für Schritt. Teilnehmende lernen, wie sie strukturiert prüfen, ob eine präskriptive Nachweisführung möglich ist. Sie schauen sich an, welche massgebenden Systemeigenschaften ein Objekt prägen und wie diese die brandschutztechnischen Anforderungen und das weitere Vorgehen bestimmen.
Dabei zeigt René Wölfl, dass der Einstieg in die neue Vorschrift weit weniger kompliziert ist, als der Respekt davor oft vermuten lässt. Er geht dabei auch ins Detail, behält jedoch die neue Denk- und Arbeitsweise stets im Blick. Denn wer diese verstanden hat, kann auch mit späteren Anpassungen der noch in Vernehmlassung stehenden Vorschrift souverän umgehen. Zum Abschluss erhalten die Teilnehmenden eine kompakte Übersicht, wie sie mit den Erkenntnissen der Erstbewertung die weiteren Aspekte der BS-Planung klären können. Das Ziel ist klar: Sie gehen mit der Sicherheit nach Hause, den Einstieg in die BSV2026 trittsicher gefunden zu haben.
Auch an der Ausstellung ist das Thema präsent – eine aktuelle Ausstellerliste findet sich unter sicher27.ch.
