Für kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser ist Sicherheit zentral – auch die Cybersicherheit. Doch wegen der Patientensicherheit schreckten bisher viele Gesundheitseinrichtungen vor realitätsnahen Tests von Krisen zurück. Anders machte es die Insel Gruppe – und darüber erfahren die Teilnehmenden der sicher27 mehr.
«Nach einem Hackerangriff haben wir festgestellt, dass das Trennen der Insel Gruppe vom Internet eine wichtige Sicherheitsmassnahme ist», sagt Urs Meier, Leiter Governance, Risk und Compliance der Informatik der Insel Gruppe AG und Stellvertretender Leiter der Informatik. «Aber wir haben auch festgestellt: das einfach auf dem Papier zu üben, hat keinen Sinn. Wir müssen das scharf üben. Und genau das haben wir letztes Jahr gemacht. Wir haben uns vorbereitet. Unsere Erkenntnis: Was nicht getestet ist, funktioniert nicht.»
Wie das genau ablief, was gut funktionierte, was weniger gut funktionierte, das erzählt er in seinem Keynote an der sicher27 am 18. März 2027 in Zürich.
sicher27: Weitere Keynotes, Impulsvorträge und Aussteller rund um kritische Infrastrukturen
Während der sicher27 greifen mehrere Vorträge und Aussteller das Thema der Sicherheit für kritische Infrastrukturen auf:
- Kritische Infrastrukturen – Übersicht, Risiken, gesetzliche Vorgaben und Handlungsbedarf aus Sicht des Bundes (Nick Wenger, BABS): In diesem Keynote wird aufgezeigt, was unter dem Begriff «Schutz kritischer Infrastrukturen» verstanden wird und welche Bereiche zu den kritischen Infrastrukturen zählen. Ebenfalls wird dargelegt, welche Risiken in Zusammenhang mit kritischen Infrastrukturen bestehen – von hybriden Konflikten, Cyber-Angriffen oder Drohnen bis hin zu Naturgefahren. Anschliessend wird vorgestellt, mit welchen Massnahmen Bund, Kantone und Betreiber von kritischen Infrastrukturen die Resilienz der kritischen Infrastrukturen verbessern. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den bestehenden rechtlichen Vorgaben für die Betreiber und dem Handlungsbedarf angesichts der geänderten Bedrohungslage.
- Drohnen – Gefahr aus der dritten Dimension (Ronald Andrist, Securiton): Der Drohnenmarkt wächst rasant und wird durch technologische Innovationen sowie aktuelle geopolitische Entwicklungen zusätzlich beschleunigt. Neue Anwendungen in Industrie, Logistik, Sicherheit und Überwachung eröffnen enorme Chancen – gleichzeitig entstehen neue und zunehmend komplexe Bedrohungsszenarien. Moderne Wächterdrohnen und autonome Robotersysteme bieten innovative Möglichkeiten zum Schutz von Arealen, Anlagen und kritischer Infrastruktur. Gleichzeitig steigt die Gefahr durch unkooperative, missbräuchlich eingesetzte oder manipulierte Drohnen. Unternehmen, Behörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen sind deshalb gefordert, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Schutzmassnahmen zu ergreifen. Das Impulsreferat beleuchtet den zunehmenden Einsatz von Wächterdrohnen sowie von Systemen zur Erkennung, Abwehr und Neutralisierung unkooperativer Drohnen als zentrale Bausteine moderner Sicherheitskonzepte. Dabei wird aufgezeigt, wie entscheidend ganzheitliche Strategien sind, die technologische Möglichkeiten, operative Anforderungen und gesetzliche Rahmenbedingungen miteinander verbinden.
- Resilienz durch Synergie – Warum isolierte Sicherheitssysteme für die kritische Infrastruktur nicht mehr ausreichen (Florian Fischbach, Siemens): In einer Zeit komplexer Bedrohungslagen stossen isolierte Sicherheitssysteme oft an ihre Grenzen. Dieser Vortrag beleuchtet, wie die nahtlose Integration von Zutrittskontrolle, Einbruchmeldung und Videoüberwachung ein synergetisches Schutzkonzept für kritische Infrastrukturen bildet. Wir zeigen auf, wie diese Vernetzung die Detektionsrate erhöht und Reaktionszeiten massgeblich minimiert. Erfahren Sie, wie durch ganzheitliche Ansätze die Resilienz Ihrer Anlagen nachhaltig gestärkt und eine lückenlose Betriebskontinuität sichergestellt wird.
- Millionen für Cybersecurity und die Hintertür steht offen (Toni Maric, dormakaba): Viele Betreiber kritischer Infrastrukturen in der Schweiz investieren Millionen in Cybersecurity und lassen die Hintertür buchstäblich offen. Verlorene Schlüssel, unkontrollierte Zugänge, keine Nachvollziehbarkeit: Der physische Schutz verteilter Standorte ist oft der blinde Fleck im Sicherheitskonzept. Dieses Impulsreferat stellt unbequeme Fragen, zeigt reale Schwachstellen – und macht am Beispiel von skyra deutlich, wie ein konsequent neu gedachtes Zutrittssystem genau dort ansetzt, wo klassische Lösungen kapitulieren.
Auch an der Ausstellung ist das Thema präsent – eine aktuelle Ausstellerliste findet sich unter sicher27.ch.
