Mittwoch, 21. Oktober 2026
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Von Selbstverteidigung über Erste Hilfe bis zum Brandschutz: das Kongresshaus Zürich und sein CEO Michel Loris-Melikoff möchten die ganze Belegschaft auf alle möglichen Ereignisse vorbereiten – regelmässig und intensiv und mit der JDMT Group als Partner.

Michel Loris-Melikoff ist ein passionierter Event-Spezialist. Ende der Neunzigerjahre wechselte er von der Finanz- in die Eventbranche. Anfangs produzierte er die Events noch selbst, er war Präsident der Street Parade, und seit zehn Jahren ist er Spezialist im Management von Venues – seit rund drei Jahren als CEO des Kongresshauses in Zürich.

Hier arbeiten rund 80 Festangestellte und 380 Teilzeit-Mitarbeitende. Im Schnitt gibt es 150 bis 180 Events pro Jahr, mit 150’000 bis 200’000 Teilnehmenden. «Viele Menschen», sagt Michel Loris-Melikoff. «Da kann auch einmal etwas passieren, das ist normal. Wir haben hier alles, von Bagatellunfällen bis zu seltenen ernsteren medizinischen Zwischenfällen.»

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Self-Defense und Awareness

Und es kann durchaus einmal unschöne Situationen geben, in denen sich Mitarbeitende wehren müssen. Deshalb werden sie unter anderem in Selbstverteidigung ausgebildet. «Leider gibt es immer mehr Menschen, die nicht wissen, wie man sich benimmt und ein erhöhtes Aggressionspotenzial haben», sagt Michel Loris-Melikoff. «Ich habe eine Verantwortung gegenüber meinen Mitarbeitenden, dass sie wissen, wie sie mit einer solchen Situation umgehen müssen. Es geht nicht darum, dass sie hier Polizisten spielen sollen, aber dass sie gewisse Reflexe verinnerlichen.»

Ihm ist es wichtig, dass seine Mitarbeitenden dann wissen, was zu tun ist. Dass sie auf Deeskalation statt Eskalation gehen. Der CEO weiss selbst, wie sich eine solche Situation anfühlt. «Vor ein paar Jahren arbeitete ich in Lausanne, als wir bei einem HR-Gespräch merkten, dass jemand austickt – jemand, von dem man das überhaupt nicht erwartet hätte», erzählt er.

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«Es kam völlig überraschend. Wir hatten das zwar gut im Griff, aber dort entstand für mich die Erkenntnis, dass man das nicht immer gut kontrollieren kann. Wenn wir hier ein Gala-Nachtessen mit bis zu 800 Menschen haben, reicht einer, der austickt. Bis die Security auf Platz ist, dauert das ein oder zwei Minuten. Serviceangestellte sind aber in nächster Nähe. Sie müssen wir auf solche Situationen vorbereiten.»

Prävention und Bewältigung von Ereignissen, Notfällen & Krisen: Ein Impulsreferat von Andreas Juchli am Fachkongress der sicher27 am 18. März 2027 in Zürich. Sichern Sie sich Ihr Ticket!

Genau das macht Daniel Gassmann von JDMT. Er hat über 30 Jahre Kampfsporterfahrung und führt seit sechs Jahren eine Schule für Krav-Maga und Selbstverteidigung – und vermittelt das Thema Self-Defense für JDMT. «Natürlich gibt es auch hier Events, die ein gewisses Gefahrenpotenzial haben», sagt er. «Wenn Menschen betrunken sind, über die Stränge schlagen. Es gibt VIP-Events, wo man Menschen aufhalten muss, weil sie nicht hineindürfen. Dann muss man sagen können: bis hierher und nicht weiter. Im Service kann es vorkommen, dass Frauen unsittlich berührt werden. Auch hier gilt es, deeskalieren zu können.»

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Das vermittelt er der Belegschaft im Kongresshaus Zürich in eineinhalb bis zwei Stunden Schulung. «Da kann man zwar nur die Grundlagen vermitteln, aber es geht primär um eine Sensibilisierung, was passieren und wie man da herangehen könnte», sagt er. Sein Tipp: «Vorsichtig an jede Situation gehen, sich Gedanken machen, was passieren könnte – und dann entsprechend reagieren.»

Das Gefahrenpotenzial wird auch aus seiner Sicht immer höher. «Deshalb ist es wichtig für alle, sich mit dem Thema zu befassen. Es muss nicht jeder ein Kämpfer werden, aber es sollte jeder wissen, wie er sich in solchen Situationen verhalten soll. Wir arbeiten mit Schulen, Spitex, Gemeinden – wichtig ist immer der Eigenschutz und zu wissen, wie man sich selbst verteidigt, ob bei einem verbalen oder körperlichen Angriff, dass man mental bereit ist», sagt er.

Erste Hilfe und Brandschutz im Kongresshaus Zürich

Selbstverteidigung ist aber nur ein Element, das im Kongresshaus Zürich nun intensiv, breit und regelmässig geschult wird. Andere Themen sind beispielsweise die Erste Hilfe und der Brandschutz. Das verantwortet Roger Brüngger, Geschäftsführer der JDMT Training AG und der JDMT Equipment & Logistics AG. Die Kurse werden massgeschneidert und mit dem Kunden zusammen werden die wichtigen und nötigen Themen definiert. «In der Ersten Hilfe legen wir den Fokus im Moment auf den wichtigsten Notfall, den Herzkreislaufstillstand», sagt Roger Brüngger. «Wenn man hier nicht richtig helfen kann, endet es meistens tödlich.»

Auch im Brandschutz nimmt er Bezug auf die Gegebenheiten vor Ort: «Wir schauen uns die Löschmittel vor Ort an – welche sind vorhanden, wo sind sie stationiert? Solche Dinge versuchen wir zu optimieren. Brandlöschkurse können wir dank modernen Mitteln direkt im Kongresshaus durchführen. Wir haben eine Laser-gesteuerte Simulationsanlage. Auf einem Bildschirm wird ein Feuer simuliert, man sieht es und hört es. Der Feuerlöscher ist gleich gross und gleich schwer wie ein echter, aber statt Wasser oder Schaum kommt ein Laserstrahl raus, der auf dem Bildschirm sichtbar ist. Wenn man es falsch macht, lässt sich das Feuer nicht löschen – und wenn man zu früh damit aufhört, entfacht es wieder.»

Ganzheitliche Betrachtungsweise von Sicherheitsthemen

Für Michel Loris-Melikoff gehören all diese Themen, von Erster Hilfe über Brandschutz bis Self-Defense, zusammen. «Als ich hier begann, schaute ich mir das Sicherheitskonzept an», erzählt er. «Meine Vorgänger schrieben viele Dokumente. Ich dachte, dann hat das nicht erste Priorität, man hat sich hier schon viele Gedanken gemacht. Nach meinen ersten Monaten wurde es etwas ruhiger und ich las die ganzen Unterlagen durch. Dann stellte ich fest: vieles stimmt theoretisch und wurde gut durchdacht. Aber teilweise wurden Massnahmen formuliert, die eher nach Schulbuch waren und in der Praxis wohl nicht funktionieren würden.»

Für ihn war das eine Initialzündung: er las alles durch und überlegte sich zu jedem Punkt, ob das so Sinn macht. Zum Beispiel: Ist das Nothilfematerial in der Loge richtig aufgehoben, wenn im Konzertsaal etwas passiert? «Das war der Kick-off für ein neues Sicherheitskonzept», sagt er. «Wir koordinieren nun mit der Stiftung und der Tonhalle, dass wir die gleichen Prozesse haben, dass wir alle das genau Gleiche machen können in einem Ereignisfall.»

Ein Partner statt viele Firmen am selben Tisch

«Wenn man ein Sicherheitskonzept geschrieben hat, überlegt man sich, mit wem man das umsetzen möchte», sagt Michel Loris-Melikoff. «Natürlich kann ich mit Samaritervereinen oder Security-Firmen zusammenarbeiten. Aber je mehr Partner am Tisch sitzen, desto komplizierter wird es. Wir überlegten uns, wer mehrere Themen abdecken kann. So kam die JDMT Group ins Spiel.»

Den Kontakt zwischen Andreas Juchli, dem Geschäftsführer der JDMT Group, und Michel Loris-Melikoff bestand schon länger – und es gab schon Zusammenarbeiten, die gut funktionierten. «Wir mögen uns menschlich, das ist wichtig, wir sind hier in einem People Business. Die Zusammenarbeit begann vor 20 Jahren, seither hielten wir Kontakt. Als ich nach Zürich kam, trafen wir uns und es war fast natürlich, dass wir wieder zusammenarbeiten. Das ist eine echte Bereicherung, für mich, unsere Gäste und das Team», sagt Michel Loris-Melikoff.

JDMT stellt sicher, dass während Veranstaltungen eine Erstversorgung da ist – und dass das Personal regelmässig auf Ereignisse geschult wird. «Der Sinn und Zweck der Ausbildung, die wir andachten, ist ein Gefäss, das man jedes Jahr macht», sagt Loris-Melikoff. «Damit man eine Herzdruckmassage als Reflex ausüben kann. Damit man einfach weiss, wo der AED ist. Damit alle wissen, was bei einer Evakuation zu tun ist. Das erreicht man nur, wenn man regelmässig ausbildet. Wir müssen die richtigen Reflexe ermöglichen, und um das zu erreichen, ist JDMT der richtige Partner.»

Vorbereitung auf Ereignisse: Ein Prozess, der laufend weitergeht – und geübt werden will

«Man ist nie gut vorbereitet», sagt Michel Loris-Melikoff. «Die absolute Sicherheit gibt es nicht. Aber aus den Erfahrungen, die man macht, wird man immer besser. Wenn man Ereignisse richtig verarbeitet, wird man besser. Genau das müssen wir hier erreichen. Ich möchte unbedingt einmal bei vollem Haus eine Evakuationsübung durchführen – schlicht um zu sehen, ob all das, was wir planten, dann auch tatsächlich funktioniert. Das erfährt man nur, wenn die Hütte wirklich voll ist.»

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Chefredaktor safety-security.ch / CEO bentomedia GmbH / SFJ-Award für Qualitäts-Fachjournalismus

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