Samstag, 18. April 2026
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Am Anfang stand der Alleinarbeiterschutz. Inzwischen deckt die Zusammenarbeit des Chocolatiers Läderach mit der Lifetec AG viele weitere Themen ab, von Absturzsicherungen über Ausbildungen bis hin zu AED und Erste-Hilfe-Systemen.

«Diabetes», scherzt Cornel Enzler auf die Frage, was die grösste Gefährdung für Mitarbeitende der Firma Läderach ist. Er ist Head of Safety and Security des Unternehmens. «Wir sind Chocolatier, produzieren verschiedene feinste Kreationen aus Schokolade, von Pralinen bis Frischschokolade», sagt er.

«Nebst der Gefährdung Nummer 1 für das Leben und die Seele – unserer Schokolade – gibt es ganz unterschiedliche Gefährdungen für die diversen Berufsbilder», sagt Cornel Enzler. «Wir beschäftigen von Konfisseuren über die Entwicklung und Logistik bis hin zum Technischen Dienst und den Lernenden viele Berufsgruppen. Zu den Gefährdungen gehören beispielsweise Messer. Wir legen viel Wert auf Handarbeit, es wird von Hand geschnitten und geritzt. Andere Themen sind das Einziehen in Anlagen, Alleinarbeit, Absturzgefährdungen oder Schichtarbeit.»

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Deshalb sei es wichtig, in Sachen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gut aufgestellt zu sein. «Mitarbeitende sind das höchste Gut einer Firma», sagt Cornel Enzler. «Deshalb legt auch die Familie Läderach viel Wert darauf, dass sich die Menschen im Betrieb sicher bewegen können und so wenigen Gefährdungen wie möglich ausgesetzt sind.»

Die Erste Hilfe bei der Firma Läderach

Die Produktion der Läderach-Schokolade ist im Glarnerland angesiedelt, an drei Standorten, und hier gibt es verschiedene Pikett-Einheiten, im wöchentlichen Wechsel. Von der Früh- bis in die Spätschicht sind immer Ersthelfer:innen vor Ort.

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«Man kann sie direkt ansprechen oder über eine interne Notrufnummer aufbieten», sagt Cornel Enzler. «Auch dürfen alle Mitarbeitenden den Notfallkoffer von Lifetec öffnen, wenn sich jemand verletzte. Wir haben diesen Koffer angeschafft, weil unsere Ersthelfer:innen uns sagten, sie hätten Hemmungen, den Rettungsdienst aufzubieten.»

«Wir nehmen die Wünsche unserer Ersthelfer:innen sehr ernst, haben eine Lösung gesucht und uns für dieses System entschieden», ergänzt er. Das smarte Erste-Hilfe-System LIFETEC ONE besteht nämlich nicht nur aus Erste-Hilfe-Material und einem AED, sondern auch aus einer direkten Verbindung zur Notrufzentrale 144. «Damit können wir den Druck von den Ersthelfer:innen nehmen. Wir erhalten eine professionelle Betreuung in der Notsituation, können Ruhe in eine Stresssituation bringen und gemeinsam mit der Fachperson am Draht entscheiden, ob wir Profis vor Ort brauchen.»

LIFETEC ONE und verschiedene AED

Der Entscheid, dieses System anzuschaffen, fällte nicht die Sicherheitsabteilung allein. Die Ersthelfer:innen wurden einbezogen. «Wir haben ihnen das vorgestellt, ihre Sorgen gehört und ihre Rückmeldungen besprochen», erzählt Cornel Enzler. «Sie stehen nun geschlossen hinter dieser Lösung.»

In den drei Produktionsstätten gibt es heute je zwei bis drei AED, die teilweise auch öffentlich zugänglich sind, wo es Bereiche mit Publikum gibt. «Die Mitarbeitenden werden geschult, wir machen BLS-AED-Kurse mit Lifetec und firmenspezifische Kurse, während denen die Handhabung eines Defibrillators Bestandteil ist», sagt Cornel Enzler. «Grundsätzlich ist das Augenmerk auf die Ersthelfer ausgerichtet. Aber jeder Kurs steht jedem Mitarbeitenden offen, ob BLS-AED oder Feuerbekämpfung mit Kleinlöschgeräten oder eine andere Weiterbildung, alle dürfen da mitmachen.»

Der Firma ist es wichtig, ein System zu haben, mit dem alle Mitarbeitenden Erste Hilfe leisten können – genau deshalb wurde LIFETEC ONE allen Mitarbeitenden präsentiert, damit sie wissen, wo sich diese Systeme befinden und was sie damit machen können.

In der Produktion kam es noch zu keinem AED-Einsatz, seit er im Betrieb ist – allerdings gab es einen Zwischenfall, wo ein öffentlicher AED zum Einsatz kam. «Das war für uns Anlass, das Konzept und die Platzierungen der AED nochmals zu überdenken und zu optimieren – und sie so auszurichten, dass sie selbst von Kindern eingesetzt werden können», sagt Cornel Enzler.

Dass AED helfen, weiss er nicht nur aus diesem Fall – er selbst war schon in der Situation, eine Herzdruckmassage machen und einen Defibrillator anwenden zu müssen. «Das war ein spezielles Erlebnis», erzählt er. «Aber der AED führt an, es ist für jedermann möglich. Ich habe nach wie vor einen guten Kontakt zu dieser Familie. Es war ein Grossvater, der mit seinen Enkelkindern unterwegs war und überlebte.»

Am Anfang stand der Alleinarbeiterschutz

Die Zusammenarbeit mit der Lifetec AG entstand eigentlich deshalb, weil sich die Firma Läderach vertiefter um das Thema Alleinarbeiterschutz kümmern wollte. Und hier hatte Lifetec mit TWIG ONE die passende Lösung bereit. Heute sind rund 20 solcher Geräte bei Läderach im Einsatz.

«Wir haben unterschiedliche Bereiche, wo allein gearbeitet wird», erzählt Cornel Enzler. «Einer ist die Logistik, vor allem im Hochregallager. Wir haben zudem einen Tiefkühl-Bereich, wo wir TWIG ONE von Lifetec im Einsatz haben. Und wir haben Mitarbeitende, die in der Nacht um 2 Uhr mit Arbeitsvorbereitungen beginnen, damit alles bereit ist, wenn die Kolleg:innen kommen. Sie bereiten einen Sirup vor, heisse Medien mit 150 bis 180 Grad Celsius. Die Gefahr ist gross, dass sie sich verbrennen oder verbrühen. Darum ist das TWIG ONE lebensnotwendig.»

Zuvor wurde der Alleinarbeiterschutz über die normale Telefonanlage sichergestellt, die aber sehr anfällig auf Fehlalarme war. Teilweise gingen Alarme im Halbstundentakt ein und jeder Alarm wird ernstgenommen: «Sprich, wir rückten aus und schauten, was los war», sagt Cornel Enzler. «Mit TWIG ONE konnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wir können direkt mit dem Mitarbeitenden Kontakt aufnehmen, ihn orten und wenn er Hilfe braucht, sofort an den richtigen Ort ausrücken.»

Eine Herausforderung sei die Infrastruktur: die Geräte müssen bei warmen Temperaturen (30 bis 40 Grad) bis zu kalten -19 Grad funktionieren. «Da hilft uns Lifetec, das mit den passenden Geräten abzudecken», sagt Cornel Enzler.

Absturzsicherung im Hochregallager

Auch das Thema Absturzgefahren ging das Unternehmen gemeinsam mit der Lifetec AG detaillierter an. Es gibt sie beispielsweise im Hochregallager von Bilten 2. Das Gebäude ist rund 20 Meter hoch, die Arbeitshöhe reicht bis 16 Meter.

«Wir haben hier den grössten Schmalspurstapler im Einsatz, den man haben kann», sagt Cornel Enzler. «Die hier tätigen Mitarbeitenden wurden rund um PSAgA (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) und Alleinarbeiterschutz ausgebildet – wenn etwas am Gerät passiert und der Stapler nicht einsatzfähig ist, müssen sie sich nämlich selber abseilen können.»

Rund um die PSAgA hat er sich wieder auf die Expertise der Lifetec AG verlassen. Und in Sachen Höhenrettung liess das Unternehmen zudem den ganzen Technischen Dienst als auch die Sicherheitsabteilung schulen. Zusätzlich führt es regelmässige Übungen mit der örtlichen Feuerwehr durch, die auch anrückt, wenn irgendwo ein Problem ist.

Ausbildungen neu gedacht

Ausserdem wurden die Ausbildungen für die Ersthelfer:innen neu konzipiert und auf die Bedürfnisse der Firma Läderach abgestimmt. «Früher arbeiteten wir mit dem örtlichen Samariterverein zusammen und gaben die Themen vor», erzählt Cornel Enzler. «Da standen wir in Sachen Ausbildungsniveau etwas an. Heute bilden wir alle Ersthelfer mit einem BLS-AED-Kurs aus und diskutieren zudem firmenspezifische Themen, die auch von den Ersthelfer:innen eingebracht werden.»

So werden rund 30 Ersthelfer:innen ausgebildet, die aufgeteilt auf die verschiedenen Bereiche und Schichten von fünf Uhr morgens bis Mitternacht für rund 1500 Mitarbeitende da sind. «Mit der Ausbildung, die wir heute machen, begehen wir einen neuen Weg für die Ersthelfer:innen. Wir beziehen sie viel mehr in die Ausbildung ein, holen sie und ihre Bedürfnisse ab. Das hilft uns wiederum, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden in der Produktion besser abzudecken. Wir sind näher am Geschehen und können so eine viel bessere Erste Hilfe auf die Beine stellen.»

Läderach und Lifetec: Eine lebendige Zusammenarbeit

Ausgehend vom Thema Alleinarbeiterschutz kamen also immer mehr Fragen auf, zu denen Lifetec eine Lösung bieten konnte. «Wir fühlen uns in dieser Zusammenarbeit sehr gut aufgehoben», sagt Cornel Enzler. «Wir stehen in einem guten Dialog, können unsere Wünsche einbringen und Lifetec setzt sie mit uns zusammen um. Es ist eine unkomplizierte und kollegiale Kommunikation auf sachlicher und fachlicher Ebene. Was mir sehr wichtig ist: wir erhalten sehr schnell eine verlässliche Rückmeldung, die wir umsetzen können.»

Und diese Zusammenarbeit darf noch weitergehen. «Wer rastet, der rostet», sagt Cornel Enzler. «Wir sind erst am Anfang des Weges mit Lifetec und werden bestimmt noch weitere Themen anstossen. Welche das sind, wird sich zeigen.»

Lesen Sie auch: Wie die STRABAG AG die Baustelle «Alleinarbeit» löste

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Chefredaktor safety-security.ch / CEO bentomedia GmbH / Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Betriebssanität SVBS / SFJ-Award für Qualitäts-Fachjournalismus

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