Die «heili Wält» ist ein Sehnsuchtsort, den wir alle anstreben. Und es gibt viele Faktoren, die uns aus ihr herausreissen können. Trotzdem solle man die Themen Ereignis-, Notfall- und Krisenmanagement positiv angehen – und professionell betreiben, sagt Andreas Juchli.
«Momente wie dieser», sagt Andreas Juchli, Geschäftsführer der JDMT Group AG. «Sonne, frische Luft, spielende Kinder, eine intakte Natur, eine wohltuende Atmosphäre. Ein Moment ohne wirtschaftliche, sicherheitspolitische oder gesundheitliche Sorgen. Für uns selbst, aber auch für alle Menschen im Umfeld, zu denen man Beziehungen pflegt.»
Das ist nicht nur das, was er an diesem sonnigen Frühlingstag am Pfäffikersee als «Heili Wält» bezeichnet, sondern was wohl die meisten Menschen unterschreiben und vermutlich noch ergänzen würden. Jede:r hat eigene Bilder einer heilen Welt.
Auch in einem Unternehmen gibt es die heile Welt vor allem dann, wenn es dem Betrieb und seinen Mitarbeitenden gut geht. «Eine gute Unternehmenskultur und Atmosphäre sind dafür wichtig», sagt Andreas Juchli. «Sachlich betrachtet lebt ein Unternehmen dann in einer heilen Welt, wenn es erfolgreich ist und sich auf das fokussieren kann, worin es am besten ist. Wenn es dieses Kerngeschäft ungestört von irgendwelchen widrigen Einflüssen ausüben kann.»
Potenzielle Störfaktoren gibt es viele – von Unfällen und medizinischen Notfällen oder schweren Krankheiten über Umweltereignisse oder einen Brand bis hin zu äusseren Einflüssen wie Handelskonflikte oder politische Spannungen mit globalen Auswirkungen. «Wenn wir uns auf diese Ereignisse vorbereiten, haben wir eine gute Chance, die Eintretenswahrscheinlichkeit und das Schadensausmass günstig zu beeinflussen», sagt Andreas Juchli.
Eine Utopie – oder einfach eine positive Herangehensweise?
Zwar sei die heile Welt durchaus eine utopische Vorstellung. «Wenn man eine Vision formuliert, zeichnet man ein Bild, das schwierig zu erreichen ist», sagt er. «Man idealisiert etwas. Heile Welt ist das auch. Es gibt überall Dinge, die passieren und nicht schön sind. Trotzdem haben wir alle eine Vorstellung einer heilen Welt und die ist immer positiv besetzt. Es sind Kinder, die Geräusche machen, oder es ist die Natur, die wir wahrnehmen. Wenn wir uns darauf fokussieren, sind wir nicht immer in diesen Ängsten gefangen, was passieren könnte.»
Diese positive Herangehensweise ist ihm wichtig. «Für viele Menschen sind Ereignisse und Notfälle negativ behaftet», sagt er. «Sie hoffen, dass nichts passiert, und haben Angst, dass sie von einer solchen Situation überfordert sein könnten. Deshalb möchten wir mit ihnen eine gewisse Grundkompetenz erreichen – dass sie also wissen, wie sie Ereignisse und Notfälle erkennen und was zu tun ist. Dann sind wir einer heilen Welt schon viel näher.»
Ereignis-, Notfall- und Krisenmanagement muss professionell betrieben werden
Das Ziel jedes Unternehmens ist es, durch verschiedene Massnahmen die Eintretenswahrscheinlichkeit eines Ereignisses, eines Notfalls oder einer Krise zu reduzieren. Ausserdem versucht es durch Massnahmen den Schweregrad zu reduzieren – beispielsweise, dass jemand durch ein Ereignis verstirbt. «Für ein Team ist es viel einfacher, wenn jemand nach einem Herzinfarkt wieder zurückkommt, als wenn er oder sie gar nicht mehr da ist», sagt Andreas Juchli.
Er betont aber auch: «Ein Ereignis-, Notfall- oder Krisenmanagement muss man professionell betreiben. Je nach Betriebsgrösse gibt es jemanden, der oder die sich darum kümmern kann. Aber die Ressourcen, die Infrastruktur, die Menschen, um diese Aufgaben operativ zu erbringen, die fehlen in der Regel. Selbst wer sie hat, dem fehlt meistens die Erfahrung, weil glücklicherweise selten etwas passiert.»
Ein Anbieter wie JDMT betreut viele Behörden und Unternehmen und dadurch füllt sich der Erfahrungsschatz laufend. «In der Summe kommt genug zusammen», sagt Andreas Juchli. «Die Erfahrung, die wir über die letzten 25 Jahre erarbeiten konnten, können wir einzelnen Kunden weitergeben. Wir bereiten uns auch auf seltene Ereignisse vor. Vorgesetzte können ihre Verantwortung mit uns teilen und für jene, die im Ernstfall Hilfeleistungen erbringen müssen, reduzieren wir die Belastung. Sie sind nicht allein und müssen keine Entscheidungen fällen.»
«Wir unterstützen Vorgesetzte und Mitarbeitende und sorgen dafür, dass die Notfallorganisation operativ funktioniert», sagt er. «Wir bringen Erfahrungen an einen Ereignisort und nehmen den Menschen vor Ort die Sorgen. Das ist das, weshalb sie die ‘heili Wält’ verspüren – aus der sie vielleicht mal herausgerissen werden, womit wir aber so umgehen können, dass es keine grosse Belastung ist und wir möglichst rasch wieder in den Zustand der heilen Welt kommen.»
Heile Welt: Logische erste Schritte
Auf der Suche nach der eigenen heilen Welt kam schon man ein Unternehmen auf die JDMT Group AG zu. «Manche machen das proaktiv», sagt Andreas Juchli. «Sie wissen, dass Ereignisse eintreten können und wollen sich besser darauf vorbereiten. Andere kommen, nachdem etwas vorfiel und sie feststellten, dass ihre Notfallorganisation nicht wunschgemäss funktionierte.»
«In einem offenen Dialog gehen wir eine Auslegeordnung an», sagt er. «Gewisse Elemente bestehen bereits und für andere gibt es unterschiedliche Lösungsansätze. Das ist die Basis. Dann zeigen wir auf, für welches Ereignis es was effektiv braucht. Das machen wir auf sehr pragmatische Art und Weise. Ein Beispiel: für eine äussere Blutung braucht es nicht unbedingt einen Druckverband, sondern es braucht unbedingt äusseren Druck auf die Wunde.»
Dann müsse man sich als Kunde bewusstwerden, was man selbst machen möchte und was man lieber einem Partner wie JDMT übergeben möchte. «Wir definieren gemeinsam, welche Ereignisse abgedeckt werden sollen», erklärt Andreas Juchli. «Das können Sicherheitsthemen sein, Gefahrstoffe, Rauch und Brand, Evakuation, medizinische Notfälle und viele mehr.»
Auf sie wird die Zentrale vorbereitet. «Wir stellen die Alarmierung sicher und bilden das zuständige Team des Kunden praxisnah aus und üben diese Szenarien mit ihm», sagt er. «Es braucht nur noch ein Team für alle Notfälle statt viele Organisationseinheiten, die jeweils nur einen Notfall abdecken. Dieses Team ist gut organisiert und ausgebildet und kann von aussen unterstützt werden. Und wir übernehmen die Materialfragen.»
«Wir sehen häufig Sachverhalte, die in der Praxis nicht funktionieren», ergänzt er. «Zum Beispiel gibt es im Betrieb Notfallhandbücher auf abstrakter Ebene. Im Ereignisfall gibt es aber viel Unsicherheit und grosse Lücken zwischen Handbuch und Realität. Der Handlungsbedarf ist gross, bei sehr vielen Kunden. Wir können ihn schnell reduzieren. Natürlich gehört auch die Prävention dazu. Ein Grossteil unserer Arbeit ist es, zu verhindern, dass es überhaupt zu einem Ereignis kommt.»
«Heili Wält» bewahren: Die Schritte im Ereignisfall
Um die heile Welt trotz Ereignis zu bewahren, brauche es verschiedene Schritte, die reibungslos ablaufen. «Am Beispiel JDMT beginnt das damit, dass die Menschen vor Ort wissen, wo sie was melden sollen», sagt Andreas Juchli. «Diese Meldung muss professionell entgegengenommen werden. Dazu haben wir unsere Call-Taker. Diese Fachspezialisten beurteilen das Ereignis und leiten telefonisch an, was nun zu tun ist – in allen gemeinsam mit dem Kunden vorbereiteten Szenarien, aber auch dann, wenn in der Realität etwas anderes passierte. Sie übernehmen Entscheidungen und nehmen den Emergency Operators Verantwortung ab. So lässt sich gewährleisten, dass auch wirklich gemacht wird, was zuvor definiert wurde.»
Je nach Ereignis werden zusätzliche Hilfspersonen aufgeboten: interne oder externe Blaulichtorganisationen. «Die Ersthelfer:innen, die wir ausbilden – von medizinischen Notfällen über einen Brand oder Evakuierung bis hin zu Awareness und Sicherheit – sind vor Ort und schildern uns die Situation», erklärt Andreas Juchli. «Sie treffen erste Massnahmen, die wir mit ihnen trainierten. Fragen nach der Verhältnismässigkeit oder nach unklaren Situationen nehmen wir ihnen ab. Wir halten ihnen den Rücken frei, informieren nötige Stellen, dokumentieren das Ereignis und setzen Entschlüsse und Massnahmen um.»
Die Systematik hinter der Herangehensweise mache den Unterschied – und sei immer gleich. «Eine solche Systemlösung entwickelten wir zuerst für die Erste Hilfe», erklärt Andreas Juchli. «Mit diesem System lassen sich aber auch alle anderen Ereignisse bewältigen. Es kann zeitlich begrenzt sein oder nicht. Es kann mehr oder weniger komplex sein. Es kann sich weiterentwickeln. Aus etwas kleinem kann etwas grosses werden. Ein Beispiel: jemand fühlt sich unwohl und wir erkennen, dass es ein Herzinfarkt sein könnte und verhindern so einen Todesfall. Erkennen wir das nicht, geht ein geschätzter Mitarbeiter nach Hause und kommt nie wieder.»
Alles hat seinen Preis – welchen Preis hat heile Welt?
Für gewisse Themen brauche es eine sofortige Bereitschaft, zum Beispiel eine Evakuierungs-Organisation. «Das verursacht gewisse Kosten», sagt er. «Dann gibt es andere Themen, die theoretisch möglich sind, deren Eintretenswahrscheinlichkeit aber tief ist. Zum Beispiel eine Pandemie. Einen Pandemieplan braucht man eigentlich nicht, wenn man ein Ereignis- und Notfallmanagement mit uns aufbaut. Falls eine neue, hochansteckende Krankheit ausbricht, kann man diese Kompetenz einfach nahtlos mit in das System nehmen.»
Durch die Systemlösung könne man sich mit geringen Fixkosten auf Notfälle, Ereignisse und Krisen vorbereiten. Und die Bewahrung der heilen Welt kann man – ähnlich wie bei einer Versicherung – mit anderen JDMT-Kunden teilen. «Wenn jemand unsere Unterstützung braucht, profitiert er oder sie auch davon, dass andere diese Vorhalteleistung mitfinanzierten», sagt Andreas Juchli.
«Natürlich hat ‘heili Wält’ einen Preis, aber vor allem hat sie einen Wert – und der ist immens», sagt Andreas Juchli. «Wenn man aus ihr herausgerissen wird, sind die Kosten sehr schnell sehr hoch. Mit unserem System sind die Kosten tief, ob etwas passiert oder nicht. Wenn etwas passiert, ist es entscheidend, dass man es als Ereignis bewältigen kann und es nicht zu einem grösseren Notfall oder einer Krise wird – das würde dann richtig teuer.»
