Donnerstag, 2. Juli 2026
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Wegen Nachlässigkeit kommt es in der Schweiz mindestens täglich zu einem Brand auf einer Baustelle. Untersuchungen belegen es: Die meisten Brände auf Baustellen sind vermeidbar. Umso wichtiger wird die Prävention.

Bei der Metallbearbeitung durch Schweissen, Schneiden und verwandten Verfahren entstehen hohe Temperaturen und Funkenflug – eine häufig unterschätzte Brandquelle auf Baustellen.

Allgemeine Risiken auf Baustellen

  • Zeit- und Kostendruck verleiten zu einer unsorgfältigen Arbeitsausführung.
  • Ungenügend ausgebildete oder instruierte Mitarbeitende kennen die Gefahren im Umgang mit den verwendeten Arbeitsmitteln nicht.
  • Mangelhafte Ordnung führt zu einer erhöhten Brandgefahr. Dazu gehören auch fehlende Vorgaben für das Rauchen auf der Baustelle oder deren Nichteinhalten.
  • Es fehlen Überlegungen zur Brandsicherheit auf der Baustelle bzw. entsprechende Massnahmen werden nicht oder nur teilweise umgesetzt.
  • Massnahmen zur Schadenminderung werden nicht berücksichtigt. Insbesondere fehlen Handfeuerlöscher oder Mitarbeitende wissen nicht, was im Brandfall zu tun ist.

Spezifische Brandursachen

  • Heisskleben, Verschweissen, Trocknen mit offener Flamme
  • Schweissen, Schneiden und verwandte Verfahren sowie Funkenflug
  • Provisorische elektrische Installationen
  • Verwendung (elektrischer) Arbeitsmittel / Geräte
  • Material, das sich selbst entzündet, z. B. Leinöl
  • Rauchzeug
  • Brandstiftung
Massnahmen
  • Arbeiten mit Brandgefahr sorgfältig planen und ausführen, Zeit- und Kostendruck vermeiden.
  • Mitarbeitende ausbilden und instruieren, sodass ihnen die Gefahren im Umgang mit den verwendeten Arbeitsmitteln bekannt sind und sie im Notfall wissen, was zu tun ist.
  • Für Ordnung auf der Baustelle sorgen. Dazu gehören auch Vorgaben für das Rauchen auf der Baustelle oder das Aufbewahren von entflammbaren oder selbstentzündlichen Materialien.
  • Ein auf die Baustelle angepasstes Konzept «Brandsicherheit auf Baustellen» erstellen und Massnahmen umsetzen.
  • Massnahmen zur Schadenminderung berücksichtigen, indem beispielsweise Handfeuerlöscher auf der Baustelle bereitgestellt werden.
  • Bei Ausführung der Facharbeiten die geltenden Regeln zur Brandverhütung einhalten. Beispielsweise Sicherheitsabstände beim Schweissen, Schneiden und bei Arbeiten mit offener Flamme sowie Funkenflug einhalten und notwendige Nachkontrollen durchführen.
Gute Gründe für Brandverhütungsmassnahmen
  • Personenunfälle vermeiden: Bei einem Brand auf der Baustelle geraten Personen in Gefahr. Nebst der mit der Arbeit beauftragten Person können auch Unbeteiligte wie Passanten oder Feuerwehrleute gefährdet werden.
  • Folgekosten vermeiden: Baustellenbrände verursachen immer Folgekosten. Neben allfälligen Personenschäden fallen Sachschäden oft sehr teuer aus. Diese Schäden können gegenüber dem Verursacher geltend gemacht werden. Sogar wenn die Kosten zuerst durch eine Versicherung getragen werden, müssen die verantwortlichen Personen damit rechnen, dass Regressforderungen gemacht und somit ein Teil der Schadensumme zurückgefordert werden.
  • Bauverzögerungen verhindern: Bauverzögerungen sind nicht nur ärgerlich. Sie werden auch rasch teuer und können Konventionalstrafen zur Folge haben.
  • Reputationsschaden abwehren:
    Ein Baustellenbrand wirft ein schlechtes Licht auf das für den Brand verantwortliche Unternehmen.
  • Polizeiliche Untersuchungen abwenden: Polizeiliche Untersuchungen abwenden Nach einem Brand finden polizeiliche Untersuchungen zur Klärung der Brandursache statt. Steht als Ursache mindestens eine Fahrlässigkeit einer am Bau beteiligten Person fest, kommt es zu einer Verurteilung wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst bzw. Brandstiftung. Betroffen davon können die ausführenden Handwerker, aber auch die mit der Leitung und Beaufsichtigung betrauten Personen sein.

Fallbeispiele von Bränden auf Baustellen und deren rechtlichen Konsequenzen sowie verschiedene Checklisten und Merkblätter finden Sie unter diesem Link.

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