Montag, 23. Februar 2026
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Am 14. Februar ist Valentinstag – das bedeutet, dass sich derzeit wieder Scams und Phishing-Versuche häufen.

Jedes Jahr warnen Experten vor einem Anstieg von Scams und Phishing-Versuchen rund um den Valentinstag. So berichtete Tenable im letzten Jahr beispielsweise, dass Romance Scams nach wie vor eine ernstzunehmende Bedrohung darstellen. Die Schadenssummen können mitunter enorm sein: In Niedersachsen etwa gebe es Opfer, die mehrere 10.000 Euro durch Romance Scams verloren hätten, so das dortige LKA.

Romance Scams

Die Scammer nutzen Dating-Apps und Messenger, um Kontakt zu ihren Opfern aufzunehmen, die auf Partnersuche sind. Dabei überrascht es nicht, dass die Scammer mittlerweile auch generative KI einsetzen, um ihren Nachrichten den letzten Schliff zu verpassen und die Illusion zu perfektionieren.

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„Viele dieser Scammer operieren aus dem Ausland und sprechen kein fliessendes Deutsch“, erklärt Satnam Narang, Senior Research Engineer bei Tenable. „KI hilft ihnen dabei, ausgefeilte, emotional überzeugende Nachrichten zu verfassen, die ihre Scams glaubwürdiger und schwerer durchschaubar machen.“

Phishing-Angriffe zum Valentinstag

Im Jahr 2024 erfasste Check Point Research im Januar die Erstellung von 18’171 neuen Domains, die entweder die Begriffe «Valentin» oder «Love» enthielten. Dies bedeutete einen Anstieg um 39 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einer von acht Besuchen dieser Domains erwies sich als bösartig oder riskant.

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Über die Systeme von Check Point konnte darüber hinaus festgestellt werden, dass wöchentlich bei einem von 27 Unternehmen versucht wurde, auf gefährliche Websites zuzugreifen – ein deutlicher Anstieg um 34 Prozent gegenüber dem Vormonat und um satte 175 Prozent gegenüber dem Januar des Vorjahres. Dieser Trend verdeutlichte die Cybersicherheitsrisiken, die mit internationalen Ereignissen wie dem Valentinstag einhergehen.

Phishing-Angriffe, die häufigste Form des Social Engineering, verleiten Nutzer dazu, sensible Informationen preiszugeben oder auf bösartige Links zu klicken. Mit dem Aufkommen von KI-Tools wie ChatGPT sind diese Betrügereien immer raffinierter geworden. Sie nutzen gefälschte Domains und Chatbots, um legitime Unternehmen oder sogar potenzielle Liebespartner zu imitieren.

Der Algorithmus weiss zu viel

Im Jahr 2021 berichtete Startpage ausserdem, dass dem Thema Datenschutz beim Online-Shopping mehr Beachtung geschenkt werden sollte.

Ob mit einer konkreteren Idee oder dem Ziel sich erstmal inspirieren zu lassen, beginnt für die Meisten die Suche nach dem passenden Präsent mit einer Suchmaschine. Gerade am Valentinstag, an dem es um unsere Liebsten geht, lohne sich jedoch ein kritischer Blick auf die Suchmaschinen, deren Geschäftsmodell darauf basiert, möglichst exakte Nutzerdaten an das meistbietende Unternehmen zu verkaufen. Diese Nutzerdaten sind für das jeweils werbetreibende Unternehmen bares Geld wert – je detaillierter das Nutzerprofil desto besser. Und die wenigsten von uns ahnen, wie unsere Suchhistorie dazu beiträgt, welche Suchergebnisse und sogar welche Preise uns angezeigt werden.

Der Standort des Suchenden, die Wetterverhältnisse, die geteilten Social Media Posts oder das verwendete Endgerät beeinflussen zusätzlich wie viel für das Angebot gezahlt werden soll. Nutzerprofile können inzwischen sogar so weit optimiert werden, dass der Algorithmus weiss und testet, welchen Betrag der Nutzer für welche Leistung in der Vergangenheit zu zahlen bereit war. So sind wir es selbst, die den von uns zu zahlenden Preis für ein Produkt womöglich in die Höhe treiben.

Nicht zuletzt geben wir bei unserer Geschenksuche auch Informationen über unseren Partner und unsere Beziehung preis, die wir sonst womöglich niemandem anvertrauen würden. Für die Suchmaschinen und deren Algorithmen ist es ein Leichtes, aus nur wenigen Suchanfragen ein ziemlich genaues Bild über unseren Partner, unsere Beziehung oder Ehe zu erstellen. Ein nicht allzu romantischer Gedanke.

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