Donnerstag, 2. Juli 2026
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Eine neue Technologie ist LiDAR nicht. Aber die Sicherheitsbranche entdeckt sie neu. An einem Kundenanlass von EOTEC liessen sich Fachleute aus verschiedenen Branchen informieren, wie sie damit die Sicherheit in ihren Betrieben verbessern können.

«LiDAR als Technologie ist bereits sehr verbreitet», sagt Martin Hänggi, Geschäftsführer von EOTEC. «Vor allem im Bereich Machine Vision oder in der Prozessoptimierung im Produktionsbereich ist LiDAR etabliert. Auch das autonome Fahren basiert stark auf dieser Technologie. Sie ist reif und sehr erfahren. Aber in der Sicherheitsbranche ist sie noch nahezu nicht verbreitet.»

Wie funktioniert LiDAR?

«LiDAR ist eine Technologie, die man am ehestens mit Radar vergleichen könnte», erklärt Martin Hänggi. «Aber sie strahlt Laserstrahlen aus. Diese werden an einem Objekt reflektiert, kommen von dort zurück und die dafür nötige Zeit wird gemessen. Dadurch lässt sich ein dreidimensionaler Raum darstellen.»

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Das hat verschiedene Vorteile: LiDAR übertrifft die Videoanalyse durch eine präzise 3D-Erkennung unabhängig von Licht. Die Technologie misst Entfernungen und Bewegungen in Echtzeit und funktioniert auch bei Dunkelheit, hellem Sonnenlicht oder Regen, wo Kameras oft Probleme haben. Einzigartige Merkmale von LiDAR sind beispielsweise:

  • Erfassungsgenauigkeit von 3 cm
  • Erfassungsbereich von bis zu 150 Metern
  • 3D-Kartenvisualisierung, digitaler Zwilling, massstabgetreue Karte
  • Erstellen von 3D-Erkennungsbereichen mit verschiedenen Alarmprioritäten
  • Visualisierung von Eindringlingen in einer 3D-Karte
  • Filterung von Objekten auf der Grundlage ihrer Grösse
  • Anpassung des Systems an schlechte Wetterbedingungen
  • Automatische Steuerung von PTZ-Kameras auf Ziele
  • Möglichkeit der Integration zusätzlicher Teilsysteme
  • Fähigkeit, «freundliche» Personen zu markieren
  • Ereignisarchiv mit der Möglichkeit der Projektion in einer 3D-Karte
  • Erstellen von Voralarmzonen
  • Schaffung von Zonen für diverse verschiedene Szenarien
  • Virtuelles Planungsinstrument

Was sind typische Einsatzgebiete für die LiDAR-Technologie?

LiDAR kann sehr vielseitig eingesetzt werden. «Ein Bereich ist der Perimeterschutz», sagt Martin Hänggi, «als Alternative zu optischen Kameras oder Wärmebildkameras. Wir haben dann Daten aus dem dreidimensionalen Raum und wissen, was wir sehen und wie gross das ist. Mit den klassischen Technologien müssen wir immer ein bisschen schätzen, was wo und wie gross ist. Mit LiDAR können wir präziser messen und detektieren weniger Fehlalarme.»

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Das eignet sich also – wie erwähnt – optimal, wo viel Perimeter geschützt werden muss, bei einem Kraftwerk oder Unterwerk, einem Gefängnis oder einem ähnlichen Areal, das vor Eindringlingen geschützt werden muss. «Es gibt umfangreiche Möglichkeiten», sagt Martin Hänggi. «Beispielsweise kann man ausserhalb eines Zauns bereits gewisse Szenarien detektieren – weil man den Datenschutz damit nicht verletzt – und mit diesen Infos eine Kamera entsprechend schwenken oder einen Operator informieren.»

Auch im Innenbereich gibt es spannende Anwendungsfälle. Zum Beispiel in einem Museum, wenn sich jemand einem Kunstwerk nähert. «Das kann man erkennen, einen Alarm auslösen und allenfalls akustisch darauf hinweisen, dass man sich entfernen soll», erklärt Martin Hänggi. «Man kann Höhen mit LiDAR gut erkennen, deshalb lassen sich beispielsweise Anwendungen in der Arbeitssicherheit damit lösen, wenn sich jemand einem gefährlichen Bereich nähert. Es gibt mannigfaltige Einsatzszenarien für diese Technologie.»

Wie viel mehr Sicherheit bietet LiDAR?

«Das kommt stark auf das Objekt an», sagt Martin Hänggi. «Wir können auch mit klassischer Videosensorik viel erreichen. Es ist immer die Frage, wie viel Manpower man hat, um das zu überwachen. Aber die Fehlalarme werden mit LiDAR deutlich reduziert. Und es gibt Szenarien, die man damit lösen kann, die man sonst nicht lösen könnte. Und: Wir sehen zwar, dass dort jemand ist, aber wir sehen nicht, wer das ist – viele Datenschutz-Fragen entfallen dadurch. Das kann Vorteile haben, aber auch den Nachteil, dass man allenfalls noch Videokameras ergänzen muss.»

Natürlich kostet diese zusätzliche Sicherheit etwas. «Aus den Erfahrungen können wir sagen: für eine neu geplante Anlage ist LiDAR durchaus preislich attraktiv», sagt Martin Hänggi. In vielen Szenarien bietet die Technologie mehr Qualität. Wenn es darum geht, ein bestehendes System abzulösen und zu ergänzen, führt das aber bestimmt zu Mehrkosten.»

Informationen rund um LiDAR

EOTEC veranstaltete im Frühjahr 2026 einen Kundenanlass zum Thema LiDAR, der bis auf den letzten Platz ausgebucht war. «Ich wusste zwar, dass es eine interessante Technologie ist – war aber trotzdem überrascht, wie gross die Nachfrage nach diesem Event war», sagt Martin Hänggi.

«Viele Kunden kamen schon mit konkreten Projektideen. Man scheint darauf gewartet zu haben, dass es neue Technologien gibt, die man nutzen kann. Die bestehenden Technologien habe alle ihre Limitierungen. LiDAR kann neue Möglichkeiten eröffnen und offensichtlich sind die Fachleute daran sehr interessiert. Natürlich nimmt auch der Bedarf für Sicherheit laufend zu. Kritische Infrastrukturen müssen beispielsweise aufrüsten und gerade aus diesem Feld stellen wir grosses Interesse an LiDAR fest.»

Wer den Kundenanlass verpasst hat, findet bei EOTEC passende Ansprechpartner mit vielen Antworten auf Fragen – und auch die Fachtagung Videosicherheit von EOTEC am 17. September 2026 wird eine Breakout-Session zum Thema anbieten.

safety-security.ch

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Chefredaktor safety-security.ch / CEO bentomedia GmbH / SFJ-Award für Qualitäts-Fachjournalismus

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