Decathlon wächst in der Schweiz rasant und betreibt bereits 52 Stores. Die AEH AG unterstützt den Sportartikelhersteller rund um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz – mit Schulungen, Audits, Erfahrungsaustausch, Modelllösung, digitalem Handbuch und Beratungen.
Im Jahr 2018 machte der Sportartikelhersteller Decathlon den ersten Schritt in die Schweiz und übernahm Flächen von Athleticum. Rund um die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz arbeitete schon Athleticum mit der AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH) zusammen. Decathlon führte diese Partnerschaft fort. «Auf dieser Basis startete die Zusammenarbeit schon sehr gut», erzählt die Arbeitshygienikerin und AEH-Mitarbeiterin Annemarie Bunge, die Decathlon seither betreut.
Decathlon ist schnell unterwegs
Die grösste Herausforderung sieht sie im hohen Tempo von Decathlon. Inzwischen gibt es in der Schweiz 52 Stores, Tendenz steigend. «Es gibt immer wieder Neueröffnungen, neue Mitarbeitende, da muss man nahe dranbleiben», sagt sie. «Zudem ist das Unternehmen sehr innovativ und man muss Neuheiten stets im Griff haben – weil sie auch gewisse Gefährdungen mit sich bringen. Ein Beispiel sind Lithium-Akkus. Dazu mussten wir Sicherheitsregeln definieren und in jedem Store Massnahmen treffen.»
Die typischen Gefährdungen sind Klassiker wie Schnitt- oder Fussverletzungen. «Die grösste Herausforderung ist, dass sich die Mitarbeitende immer an die Sicherheitsregeln halten», sagt Patrick Lemblé, Zentraler Koordinator AS/GS bei Decathlon. «Hinzu kommt unsere Grösse. Wir sind rund 1300 Mitarbeitende. Da muss der Informationsfluss gut organisiert sein. An jedem Standort gibt es Organisationsleiter, die von der AEH in KOPAS-Schulungen ausgebildet werden und sich in einer Erfa-Gruppe unter der Leitung von Annemarie Bunge austauschen.»
Digitales Handbuch als Hilfsmittel
Um diesen Informationsfluss zu unterstützen und den Überblick über die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz an den vielen Standorten zu wahren, hilft das digitale Handbuch. «Im asa-control sind alle Dokumentationen übersichtlich zusammengetragen. Wir arbeiten nach zehn sogenannten Major Points, die sich an den zehn Elementen des ASA-Systems der EKAS orientieren», erzählt Patrick Lemblé. Das Handbuch bewähre sich in der Praxis. «Die Kombination von asa-control und der Modelllösung mASA von AEH hilft uns sehr. Durch die Einfachheit versteht man es sehr schnell. Ausserdem wird alles automatisch archiviert.»
Dieses Handbuch wurde von AEH exakt auf die Bedürfnisse von Decathlon massgeschneidert. «Es hat ein fixes Gerüst und ist mit all den besonderen Situationen und Gefährdungen ergänzt, die hier vorkommen», erklärt Annemarie Bunge. «Der Detailhandel kennt zwar Standard-Gefährdungen, aber das Handbuch spiegelt exakt wider, wie das bei Decathlon konkret abläuft. Mit asa-control erkennt man beispielsweise rasch, ob gewisse Herausforderungen überall auftauchen und eine allgemeine Lösung erfordern, oder ob es sich nur um ein punktuelles Problem handelt, wo man genau hinschauen muss.»
Apropos hinschauen: beratende Audits von AEH
Annemarie Bunge und die AEH unterstützen Decathlon auch mit beratenden Audits. «Patrick Lemblé hat einen guten Fokus und sieht viel», sagt sie, «aber ein Blick von aussen ist immer hilfreich. Er wählt die Stores aus, die wir überprüfen, und wir schauen gemeinsam genauer hin.»
Einerseits überprüft sie dann – via asa-control – die ganzen Dokumentationen, ob und wie die Mitarbeitenden geschult wurden, welche Regeln und Massnahmen definiert und umgesetzt wurden. Andererseits geht sie auf einen Rundgang, inklusive allen Hinterräumen. «Dort schaue ich mir allerlei Situationen an», sagt sie, «beispielsweise ob Notausgänge verstellt sind, ob das Erste-Hilfe-Material vollständig ist oder ob die Chemikalien im Atelier korrekt gelagert werden und Sicherheitsdatenblätter vorhanden sind. Wir prüfen, was wir sehen können.»
Das ist zwar nur eine Stichprobe, aber die Inhaltspunkte sind letztlich dieselben wie bei einem Behördenaudit. Dadurch kann Annemarie Bunge den Organisationsleitern ein Gefühl für ein Audit geben und ihnen die Angst davor nehmen. Und sie schreibt einen Bericht mit Empfehlungen für passende Massnahmen.
Für Patrick Lemblé sind diese Audits sehr wertvoll. «Dank dieser Expertise behalten wir den Überblick, wo wir was machen können», sagt er. «Auch wenn wir Fragen haben, werden diese immer sehr zeitnah und professionell beantwortet. Es ist eine sehr gute Zusammenarbeit, auf persönlicher Ebene, und man versteht sich. Wir sind bestimmt nicht der einfachste Kunde, aber AEH geht auf uns ein und hilft uns enorm.»
Schulungen und Fluktuation
Die KOPAS werden von Annemarie Bunge geschult – in ihrer jeweiligen Sprache. «Dass sie fliessend Deutsch, Französisch und Italienisch spricht, hilft uns sehr», sagt Patrick Lemblé. «Zwischen den Schulungen halten wir das Thema vor allem via Checklisten und asa-control aufrecht. Für neue Mitarbeitende gibt es ein Ausbildungsprogramm, das am ersten Tag beginnt und drei Monate lang dauert. Das Thema Sicherheit behandeln wir schon ab dem ersten Tag.»
Wie überall im Detailhandel sei Fluktuation eine Herausforderung. Aber: «Sie bedeutet nicht unbedingt, dass Mitarbeitende das Unternehmen verlassen», sagt Patrick Lemblé. «Viel häufiger wechseln sie den Standort oder übernehmen eine neue Aufgabe bei Decathlon. Wir müssen ihnen also ihren Rucksack mit Wissen mitgeben. Dabei helfen uns mASA und asa-control.»
Weitere Unterstützung von AEH
Auch zwischen den Schulungen, den Audits und dem jährlichen Erfahrungsaustausch mit den KOPAS steht Annemarie Bunge dem Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite. «Wenn Fragen auftauchen, unter anderem nach Behördenkontrollen, besprechen wir das und schauen, wie wir unterstützen können», sagt sie. «Das können Fragen rund um die Ergonomie oder den Mutterschutz sein. Hier in Spreitenbach wurde die Videoüberwachung genauer angeschaut. Oder wir haben uns um psychosoziale Risiken gekümmert, was nun gut in der Organisation verankert ist.»
Das Tempo dürfte allerdings hoch bleiben – und Patrick Lemblé und Annemarie Bunge wird die Arbeit rund um die sichere und gesunde Arbeit bei Decathlon kaum ausgehen.
In Zusammenarbeit mit AEH.
