Die Appenzeller Bahnen ersetzen ihr Schliesssystem. Dabei kommen bis zu 1800 elektronische und mechanische Komponenten von EVVA zum Einsatz – in Gebäuden und auf den rund 120 Kilometern Strecke.
Die Appenzeller Bahnen gibt es seit dem Jahr 1875. Die ersten Linien führten von Winkeln über Herisau nach Urnäsch und von Rorschach nach Heiden. Heute verbinden sechs Linien auf insgesamt 120 Streckenkilometern in den Kantonen St. Gallen, Thurgau und den beiden Appenzell den Bodensee mit dem Alpstein und das Murgtal mit Frauenfeld.
Fast so historisch wie die Linien der Appenzeller Bahnen wuchs auch ihr Schliesssystem. «Aktuell haben wir Schliesskomponenten von zwei verschiedenen Anbietern sowie die neue Schliessung von EVVA im Einsatz. Das alte Hauptschliesssystem wurde bei der Einführung nicht konsequent verbaut, was uns heute im Einsatzregelmässig vor Schwierigkeiten stellt», sagt Andreas Ammann, Leiter Immobilien bei der Appenzeller Bahnen AG in Herisau.
«Zudem müssen wir beim aktuellen Schlüssel regelmässig die Batterien wechseln. Es kann dann vorkommen, dass der Schlüssel seine Programmierung verliert», ergänzt er. «Eine Neuprogrammierung ist dann unumgänglich und für den Schlüsselträger sowie auch uns als Verwaltung mit Aufwand verbunden. Dazu kommt, dass es auf unserem weitläufigen Streckennetz jeweils aufwendig ist, da wir für eine Programmierung an einem Zylinder oder eine Änderung am Schliesssystem jeweils vor Ort müssen.»
Zwei Neubauprojekte und die Chance für Veränderungen am Schliesssystem
Andreas Ammann betreut im Unternehmen alle Liegenschaften und Hochbauten sowie die Schliesssysteme und ist zuständig für Neubauprojekte, Sanierungen und Bewirtschaftung. Insgesamt sind das rund 50 Gebäude. Im Jahr 2025 bezogen die Appenzeller Bahnen ihr neues Verwaltungsgebäude in Herisau und ein grösseres Servicecenter in Appenzell.
«Mit diesen beiden Neubauprojekten stellten wir uns die Frage, ob wir mit dem bestehenden Schliesssystem weiterarbeiten wollen oder ob wir etwas Neues suchen», sagt Andreas Ammann. «Wir gingen auf die ASG Technik AG zu und verlangten Richtofferten für alternative Möglichkeiten, für die Neubauten, aber auch für das ganze Unternehmen und über einen längeren Zeithorizont.»
EVVA Sicherheitstechnik AG sorgte für das perfekte Bild
«Wir vertreiben verschiedene Produkte von unterschiedlichen Anbietern», sagt Sandro Manser, Projektleiter bei der ASG Technik AG. «Zusammen mit dem Kunden suchten wir die für ihn optimale Lösung und entschieden uns für die Lösungen von EVVA – weil sowohl die Online-Komponenten als auch die Offline-Komponenten im Zusammenspiel mit den mechanischen Komponenten ein perfektes Bild ergeben.»
Ausgestattet wurden bislang zwei Gebäude. Das neue Verwaltungsgebäude in Herisau und das neue Servicezentrum in Appenzell. «Hier verbauten wir rund 80 elektronische Komponenten, zusammen mit mechanischen Komponenten, um eine Notöffnung gewährleisten zu können, wo es sie braucht», sagt Sandro Manser. «Jetzt kommen wir in eine längerfristige Umsetzungsphase für die restlichen Schliesskomponenten. Die Umsetzung wird aufgrund der Weitläufigkeit in diversen Abschnitten erfolgen, so dass wir am Schluss 1500 bis 1800 Positionen verbaut haben werden.»
Zu diesen Positionen gehören die einzelnen Gebäude an der kompletten Strecke, mit Büros, Serverräumen oder technischen Räumen. Genauso gehören Schalträume entlang der Strecke dazu, ausserdem Schaltschränke, die einzelne Bahnübergänge steuern, sowie Abschliessungen für Leitern, um auf Masten zu gelangen. Es gibt 18 Benutzergruppen, zum Beispiel Technik, Reinigung, Lokpersonal, Büro oder Projektleitung. Weil im Verwaltungsgebäude in Herisau auch Fremdmieter arbeiten, erhielten diese eine eigene Benutzergruppe, damit sie sich in ihren Räumlichkeiten frei bewegen können.
Gefahren an der Strecke verlangen nach zusätzlichen Ausbildungen
«Für uns ist das kein alltägliches Projekt», sagt Sandro Manser. «Einerseits, weil es ein sehr grosses Projekt ist, das uns noch über weitere eineinhalb Jahre begleiten wird. Andererseits, weil die Arbeiten an der Strecke ein gewisses Gefahrenpotenzial mit sich bringen.»
Die grosse Herausforderung sei die Umsetzung an der Strecke. «Wir sind ein Unternehmen im Bereich der Schliesstechnik», sagt Sandro Manser. «Meistens bewegen wir uns in Gebäuden und in geschlossenen Räumen. Draussen arbeiten wir am ehesten an der Aussentüre. Aber an einer Bahnstrecke haben wir noch nie gearbeitet. Damit wir die Umsetzung überhaupt angehen konnten, liessen wir – inklusive mir – drei Mitarbeitende ausbilden, dass wir am Gleis arbeiten dürfen und wissen, wie wir mit den Gefahren umgehen müssen.»
Die Appenzeller Bahnen AG freut sich auf das neue EVVA-Schliesssystem
«Mit der neuen EVVA-Lösung haben wir keine Batterien mehr im Schlüssel», freut sich Andreas Ammann. «Wir haben viele digitale Komponenten und im Netzwerk eingebundene Ausstellen, was wir für Änderungen im Schliesssystem nutzen können – und das relativ einfach. Jedes Zutrittsmedium ist auch Informationsträger. Ich bin heute flexibler, kann auf Probleme besser reagieren und habe weniger Aufwand. Hinzu kommt, dass wir die Schliessanlage auch mit dem Handy bedienen können. So kann ich einfach und schnell einem Mitarbeitenden oder einem externen Unternehmen eine Berechtigung für einen Raum oder ein Gebäude freigeben und muss nicht vor Ort einen Schlüssel ausgeben.»
Er ist bislang zufrieden, sowohl mit der Dienstleistung der ASG Technik AG als auch mit dem Teil des Schliesssystems, der bereits umgesetzt wurde. «EVVA hat sich im Alltag bereits bewährt», sagt er. «Wir haben aber noch über 1500 elektronische und mechanische Komponenten vor uns, welche wir in den nächsten eineinhalb Jahren installieren werden. Als nächsten Schritt werden die Technikschränke entlang der Strecken ausrüsten. Dass braucht wieder einen Impuls von meiner Seite, aber darauf freue ich mich.»





