Die Militärversicherung feiert dieses Jahr ihr 125-Jahr-Jubiläum. Seit 1901 sorgt sie für die Absicherung von Personen im Dienst und unterstützt bei Krankheit und Unfall. Damit ist sie die erste Sozialversicherung der Schweiz. Seit 2005 führt die Suva die Militärversicherung im Auftrag des Bundes.
Bei der Militärversicherung sind alle Personen versichert, die Militär-, Zivilschutz- und Zivildienst sowie Einsätze für humanitäre Hilfe und friedenserhaltende Aktionen des Bundes leisten. Ebenso gehören beruflich und freiwillig Versicherte zum Versichertenbestand (aktive und pensionierte Berufsmilitärs, Zeitmilitär und Zivilschutzinstruktoren des Bundes). Alle Personen sind gegen Krankheit und Unfall versichert. Seit 2005 wird die Militärversicherung im Auftrag des Bundes durch die Suva als eigenständige Sozialversicherung geführt.
Überblick über die Fälle und Kosten 2025
Im vergangenen Jahr verzeichnete die Militärversicherung 51 230 neue Fälle, etwas mehr als im Vorjahr (2024: 49 588 neue Fälle, +3,3 Prozent). Davon machten Krankheiten mit 81 Prozent den überwiegenden Teil aus (41 435 Fälle), 19 Prozent betrafen Unfälle (9 795 Fälle). Bei über zwei Drittel der Fälle handelte es sich um Bagatellfälle von Milizangehörigen von Armee, Zivilschutz oder Zivildienst, das heisst Fälle, die sich während der Dienstzeit ereigneten und bis zum Ende des Einsatzes abgeschlossen werden konnten.
Insgesamt zahlte die Militärversicherung 177 Millionen Franken an Versicherungsleistungen. Rund die Hälfte davon waren Heilkosten (49 %, 86,7 Millionen Franken). 37 Prozent (66,4 Millionen Franken) entfielen auf Rentenzahlungen und 14 Prozent auf Taggelder (24 Millionen Franken).
Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Sportverletzungen am häufigsten
Bei den Krankheiten wurden vor allem Muskel- und Gelenkbeschwerden gemeldet, u.a. Rückenschmerzen, Gelenkerkrankungen und Sehnenentzündungen (20 %).
Die meisten Unfälle passierten beim Sport (28 %), durch Stolpern und Stürzen (15 %) sowie bei Transport und Verkehr (15 %). Dabei kam es am häufigsten zu Verletzungen im Gesichtsbereich, vor allem Zahnschäden (12 %), Verstauchungen, Zerrungen und Bänder- oder Sehnenrisse im Kniebereich (7 %) oder an Unterschenkel und Knöchel (5 %).
Schutz im Dienst – seit 125 Jahren
Die Geschichte der Militärversicherung ist eng mit der Entwicklung des Sozialstaates und der Armee verknüpft. Die Notwendigkeit, Soldaten zu unterstützen, die im Dienst erkrankten oder verletzt wurden und dadurch ihre Familien nicht mehr versorgen konnten, wurde schon früh erkannt. Auch die Familien verstorbener Soldaten waren auf Hilfe angewiesen. 1901 wurde das Bundesgesetz betreffend Versicherung der Militärpersonen gegen Krankheit und Unfall erlassen.
In der Schweizer Sozialversicherungslandschaft nimmt die Militärversicherung eine Sonderstellung ein. Sie ist eine Haftpflichtversicherung des Bundes und basiert nicht auf dem üblichen Versicherungsprinzip «Leistung gegen Prämienzahlung». Stattdessen haftet der Bund für Schäden, die im Dienst entstehen, sei es durch Krankheit oder Unfall. Für die Versicherten bedeutet das: keine Franchise und kein Selbstbehalt.
Ursprünglich war die Militärversicherung auf Armeeangehörige beschränkt. Der Kreis der Versicherten wurde im Laufe der Zeit kontinuierlich erweitert, unter anderem auf Zivilschutzangehörige (1967), Teilnehmende von «Jugend + Sport» (1972–1993), Einsatzkräfte in Friedensförderung und Katastrophenhilfe (ab 1994) sowie Zivildienstleistende (seit 1996). Organisatorisch war die Militärversicherung stets eng an den Bund gebunden und wird seit 2005 durch die Suva geführt – als eigenständige Sozialversicherung mit gesonderter Rechnung.
«125 Jahre stehen für Vertrauen, Verantwortung und den Schutz aller, die unserem Land dienen», sagt Martin Rüfenacht, Direktor der Militärversicherung. «Unser Auftrag ist unverändert: Wer im Dienst steht, soll sich auf uns verlassen können. Deshalb entwickeln wir die Militärversicherung gezielt weiter – mit einer klaren strategischen Ausrichtung und digitalen Lösungen, die den Service für unsere Versicherten laufend verbessern.»
Alle Informationen und Zahlen zum Versicherungsjahr sowie ein vertiefter Einblick in die 125-jährige Geschichte der Versicherung sind in der Statistik 2026 ersichtlich.
Die Militärversicherung
Die Suva führt die Militärversicherung seit dem Jahr 2005 im Auftrag des Bundes. Versichert sind Personen, die im Rahmen von Sicherheits- und Friedensdiensten Einsätze leisten. Dies sind Militär-, Zivilschutz- und Zivildienstleistende, Teilnehmer an friedenserhaltenden Aktionen des Bundes, Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) sowie die Berufs- und Zeitmilitärs. Alle hier versicherten Personen sind sowohl gegen Krankheiten als auch gegen Unfälle versichert. Versichert sind alle körperlichen, geistigen und psychischen Schädigungen, die während der Dienste und Einsätze auftreten oder auf den Dienst zurückzuführen sind. Die Militärversicherung wird durch den Bund, über Prämien (aktive und pensionierte Berufsmilitärs und Zeitmilitärs) sowie Regresseinnahmen finanziert.
