Die Sicherheitslage rund um das World Economic Forum in Davos wird zunehmend mitgeprägt durch Drohnen. Zum Drohnenschutz spielt – neben klassischen Massnahmen am Boden – der untere Luftraum eine zentrale Rolle in der Einsatzplanung. Moderne Drohnendetektion, AI-gestützte Drohnenverifikation und abgestufte Abwehrmassnahmen ermöglichen es, unerlaubte Flüge frühzeitig zu erkennen und abzuwehren.
Während des WEF reisen rund 3’000 Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nach Davos, darunter auch Staats- und Regierungsmitglieder aus aller Welt. Für die Sicherheitsorganisation bedeutet das jedes Jahr höchste Alarmbereitschaft – und eine Bedrohungslage, die sich längst nicht mehr auf die Horizontale beschränkt.
«Die Sicherheitsanforderungen sind heute deutlich umfassender und komplexer. Neben den klassischen Massnahmen am Boden müssen wir zusätzliche Ebenen berücksichtigen. Dazu gehört heute selbstverständlich auch der untere Luftraum», erklärt Markus Eggenberger, Leiter Sicherheitspolizei des Polizeikorps Graubünden und verantwortlich für die sicherheitspolizeilichen Massnahmen rund um das WEF.
Flugverbotszonen müssen kontrolliert werden
Drohnen sind frei verfügbar, technisch ausgereift und vielseitig einsetzbar. Damit steigt gleichzeitig das Risiko von unerlaubten Flügen über sensiblen Bereichen. Für das WEF gilt daher eine Drohnen-Flugverbotszone. In der Praxis zeigt sich jedoch: Ein Verbot allein reicht nicht aus – entscheidend ist die Fähigkeit, es auch konsequent durchzusetzen.
«Während des Anlasses besteht eine generelle Flugverbotszone, die auch für Drohnen gilt. Um diese durchzusetzen, kommt ein Drohnendetektionssystem zum Einsatz, das uns technische und personelle Interventionsmöglichkeiten bietet», erklärt Eggenberger.
Drohnenschutz: Zusammenspiel verschiedener Detektionstechnologien
Beim WEF 2026 setzte die Kantonspolizei Graubünden auf die Drohnenschutzlösung DroneDefence von Swisscom Broadcast. Ziel war es, Drohnenaktivitäten frühzeitig zu erkennen, sie korrekt einzuordnen und im Bedarfsfall abgestufte Abwehrmassnahmen einzuleiten.
Um die Detektionswahrscheinlichkeit zu maximieren, wurde die Lösung gezielt auf die lokalen Gegebenheiten und das konkrete Schutzbedürfnis in Davos angepasst. Zum Einsatz kam ein Multisensor- und Multitechnologie-Ansatz, der verschiedene Detektionsmethoden kombiniert und dadurch ein verlässliches Lagebild für die Einsatzführung liefert. Ein Bestandteil waren zudem AI-basierte Kameras, welche Drohnen visuell verifizieren und so eine präzisere Risikoanalyse unterstützen. Für die Einsatzleitung bedeutet das vor allem eines: Entscheidungsgrundlagen in Echtzeit.
Abgestufte Drohnenabwehr im Einsatz
Ein weiterer Bestandteil der Lösung war die Möglichkeit einer abgestuften Reaktion auf unerlaubte Drohnen. Eine der zur Verfügung gestellten Abwehrmassnahmen war der sogenannte Cyber Takeover. Dabei wird die Steuerverbindung einer Drohne übernommen, um sie kontrolliert aus dem Schutzbereich zu führen oder an einem definierten Ort landen zu lassen. Während des WEF wurden Drohnen innerhalb der Flugverbotszone detektiert. Entscheidend war dabei weniger die Anzahl als die Reaktionsfähigkeit: Die Einsatzleitung konnte die Vorfälle frühzeitig erkennen, rasch einordnen und entsprechende Massnahmen einleiten.
Sicherheit wird zunehmend dreidimensional
Der Einsatz in Davos zeigt, dass das Sicherheitsmanagement bei Grossanlässen heute dreidimensional gedacht werden muss. Der untere Luftraum ist dabei zu einem festen Bestandteil der Sicherheitsplanung geworden und die Drohnendetektion sowie -abwehr zu einem zentralen Element der Einsatzführung.
DroneDefence von Swisscom
DroneDefence von Swisscom Broadcast wächst modular je nach Schutzbedarf: Von punktueller Detektion bis zur multisensorischen Lösung mit Kamera, Radar und Abwehrmöglichkeiten. Die Lösung ist überall schnell einsatzbereit, da Swisscom Sendemasten zur Installation dienen.





